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Frankreich schwärmt für Jón Kalman

10.3.2010

himnaríki og helvíti - franskaFrankreich schwärmt offensichtlich für den Autor Jón Kalman Stefánsson. Mitte Februar erschien dort sein Roman Himmel und Hölle in der Übersetzung von Eric Boury beim Gallimard Verlag. Wegen des reißenden Absatzes wurde die Auflage bereits zehn Tage nach der Veröffentlichung verdoppelt. Momentan befinden sich 7.000 Exemplare im Umlauf. Manch ein Buchladen räumte eigens für das Buch seine Fensterauslage, so z.B. im Buchladen Millepages im Pariser Vorort Vincennes. Von Kritikern wurde das Buch sehr positiv aufgenommen und die Literaturzeitschrift Livre Hebdo wunderte sich, dass Jón Kalman nicht schon viel eher übersetzt wurde. Sie bezeichnete ihn als einen der bedeutendsten isländischen Autoren unserer Zeit. Das Werk sei eine Bereicherung für französische Literaturliebhaber: „Ohne unnötig auszuschmücken oder sentimental zu sei, ist es dem Autor gelungen, ein lebendiges Bild der isländischen Seemänner vergangener Zeiten zu zeichnen, den unerträglichen Lebensumständen und der einfachen Freude [...]. Von den ersten Zeilen an spürt man den Tod, der alles vereinnahmt. Als ob das Buch im Jenseits geschrieben worden wäre [...]. An einer Stelle im Buch sagt der Junge, er fühle sich, als ob er in einem Roman leben würde. Das tut er buchstäblich – und zwar in einem großartigen.“

Der Verlag Gallimard will Jón Kalman mit der Herausgabe von Himmel und Hölle zu einem der größten europäischen Autoren machen. Gallimard ist einer der bedeutendsten Verlage in Frankreich, bei ihm erschienen bereits alle großen Autoren der Welt. Ferner verlegte er die erste französische Übersetzung des Halldor Laxness Klassikers Salka Valka. Laxness, der erste moderne Autor Islands, nannte es damals einen großen Erfolg für die isländische Kultur, dass das Buch im „literarisch anspruchsvollsten Land der Welt“ verlegt wurde. Wenn man bedenkt, dass weniger als 2% der in Frankreich übersetzen Bücher aus Nordeuropa kommen, erscheint Jón Kalmans Durchbruch um so größer.

Guðrún Vilmundardóttir, Geschäftsführerin des isländischen Verlages Bjartur, ist sehr zufrieden mit dem Erfolg des Buches in Frankreich „Es ist ein großer Schritt, dass das Buch verlegt wird und die Kritiken deuten darauf hin, dass Jón Kalman in Frankreich Fuß gefasst hat.“ Als sie gefragt wird, warum das Buch in Frankreich auf so viel positive Resonanz stößt, antwortet sie, das Interesse immer von Neugierde geleitet wird. „Diese Welt ist den Franzosen weitgehend unbekannt“ Guðrún meint weiterhin, dass der letzte Teil der Trilogie mit Spannung erwartet wird. „Uns erreichen täglich Emails, in denen nach der Veröffentlichung des nächsten Buches gefragt wird.“ Das Buch wird voraussichtlich zum nächsten Weihnachtsfest herausgegeben.


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