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Auf dem Höhepunkt seiner Kunst

14.12.2009

Unter den Neuerscheinungen des Herbstes befinden sich auch zwei Bücher von Gyrðir Elíasson. Es handelt sich um die Kurzgeschichtensammlung Milli trjánna (wörtlich: Zwischen den Bäumen) und den Gedichtband Nokkur almenn orð um kulnun sólar (wörtlich: Einige allgemeine Worte über das Erkalten der Sonne). Beide Werke werden vom Verlag Uppheimar herausgegeben. Zwischen den Bäumen ist Gyrðirs achter Kurzgeschichtenband. 2009 erhielt er den renommierten Frank O´Connor Preis  für seine Sammlung Steintré (wörtlich: Steinbaum).  Sein neuer Band enthält 47 Kurzgeschichten, die in dem für Gyrðir typischen, scheinbar mühelosen, bildreichen Stil geschrieben sind, und den vertrauten Themenkreis seiner bisherigen Erzählungen umspannen: Unheimlichkeiten, Merkwürdigkeiten, Isolation, Träume, Reisen, Kindheitserinnerungen, dargeboten mit einem einnehmenden Humor.

Die Kritiker sind sich einig, dass Gyrðir sich auf der Höhe seiner Kunst befindet. Bergsteinn Sigurðsson vom Fréttablaðið/Nachrichtenblatt hält das Buch für „Kunstmagie“ und führt aus: “Der Autor von „Zwischen den Bäumen ist ein Meister seiner Kunst, der dem Leser sein Anliegen mit funkelnder Lust am Erzählen nahebringt“.

Þröstur Helgason, Kritiker des Radioprogramms Víðsjá (wörtlich: Weitblicke):„Gyrðir zeigt hier sein ganzes Können. Es ist ein echtes Schmuckstück.“ Ingi F.Vilhjálmsson von der Zeitung DV pflichtet bei: „Zwischen Bäumen weist meiner Meinung darauf hin, dass Gyrðir seinem Höhepunkt als Autor entgegenstrebt.“

Einige  allgemeine Worte über das Erkalten der Sonne ist Gyrðirs dreizehnter Gedichtband, in dem er sein Projekt der Verknappung und Verdichtung seiner Sprache fortsetzt. Der Bildreichtum, der Gyrðirs Klarheit und pointierte Dichtkunst schmückt, verbindet sich mit Humor, Affekten und Ängsten, welche hier offensichtlicher als in seinen früheren Werken in Erscheinung treten. Darüber hinaus ist das Buch eine prägnante Gesellschaftskritik in Hinblick auf den Umgang mit der Natur.

Der Band veranlasste Þröstur Helgason, den Kritiker des Radioprogramms Víðsjá (Weitblicke ) zu einer emphatischen Besprechung, in der es u.a. heißt : „So eindeutig der Titel Nokkur almenn orð um kulnun sólar/Einige allgemeine Worte über das Erkalten der Sonne es andeutet, so klar und untrüglich sind die Gedichte in ihrer Absicht. Dieses Buch ist in seiner Deutlichkeit kein Weißbuch sondern ein schwarzer Bericht über unser Befinden nach dem Verblassen der Sonne. Es gibt hier nicht viel Wärme und der schwarze Himmel hängt über dem Dichtenden, das Leben ist ein schwerer Traum. [...] Aber trotz Kälte und Dunkelheit ist es das Buch, auf welches man im Herbst gewartet hat. Hier werden die Dinge so ausgesprochen wie sie in Wirklichkeit sind – und genau darin liegt ein bestimmter Trost und vielleicht sogar die Lösung.“



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