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Jón Leifs – eine neue Biografie

4.12.2009

Jón LeifsDer Komponist Jón Leifs war einer der bedeutendsten und ungewöhnlichsten Künstler im Island des 20. Jahrhunderts.Während des ersten Weltkriegs reiste er siebzehnjährig nach Deutschland, und obwohl er nur eine vage Vorstellung davon hatte was das wirklich bedeutete, war er fest entschlossen sich das Komponieren zu erarbeiten. Trotz der jüdischen Herkunft seiner Frau blieb er in Deutschland bevor er 1944 nach Schweden ausreiste, wo ihn sowohl eine neue Liebe als auch eine große Tragödie erwarteten. Danach kehrte er nach Island zurück – zu weiteren Konflikten und in Richtung einer weiteren Liebe.

Es ist das Leben eines Mannes, der in gewisser Hinsicht für das Island seiner Zeit zu groß war – sein ungeheurer Ehrgeiz und der unerschütterliche Glaube an seine Berufung als Komponist war Erfüllung und Tragödie zugleich. Jón war in vielem seiner Zeit voraus, er dirigierte als erster Isländer ein großes Sinfonieorchester, zeichnete die bis dato unbeachteten isländischen Volkslieder auf, gründete STEF, die Urhebergesellschaft der Komponisten, und komponierte Werke, die viele Zeitgenossen als irritierenden Krach empfanden doch heute allgemein als die bedeutendsten isländischen Kompositionen überhaupt angesehen werden. Seine Werke werden auch heute noch in Deutschland aufgeführt.

Der Musikwissenschaftler und Leiter des isländischen Sinfonieorchesters  Dr. Árni Heimir Ingólfsson beschreibt dieser dramatischen Biografie Jón Leifs Lebenslauf indem er  jedem noch so entfernten Hinweis nachgeht. Er recherchierte dreizehn Jahre lang, und während dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche Artikel über das Leben des Komponisten. Das Buch ist ein einzigartiger Schlüssel zum Leben dieses umstrittenen Künstlers und eine detaillierte Biografie mit einem Quell- Werk- und Namensverzeichnis als Anhang. Außerdem finden sich in dem Buch viele bisher unveröffentlichte Fotografien. Es wird im Verlag Mal und Menning herausgegeben.

Der Kritiker der Zeitung DV,  Jón Viðar Jónsson, schreibt, dass Líf í tónum/Ein Leben in Noten alle bisherigen Veröffentlichungen über Jón Leifs in den Schatten stellt: „Árni Heimir hat oft seine Begabung als fachmännischer und doch allgemeinverständlicher Autor der Musikwissenschaft unter Beweis gestellt, aber es ist ihm nie besser als in diesem Werk gelungen. [...] Jón Leifs Leben wurde verfilmt, ein schwedischer Gelehrter verfasste vor zehn Jahren eine Biografie, und über ihn wurden viele Essays geschrieben, doch diese anspruchsvolle und kenntnisreiche Biografie stellt alles andere in den Schatten. Jón Leifs hat endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die er verdient.”

Für Páll Baldvin Baldvinsson vom Fréttablaðið/Nachrichtenblatt ist das Werk ein Meilenstein: „Árni Heimir liefert ein äußerst gelungenes Werk ab [...] mit vielen zeitgenössischen Quellen und genauen Erläuterungen seiner wichtigsten Kompositionen bietet er allen an diesem Symbol isländischer Tonkunst Interessierten einen in allgemein verständlicher Sprache gehaltenen, unverbrauchten Blick auf Jóns Werk. Dadurch wird diese Biografie zum Meilenstein. [...] Árni wird mit diesem Werk sehr zufrieden sein. Es ist eines der interessantesten Bücher des Jahres und wird für lange Zeit das Standardwerk über diesen bedeutenden aber fragilen Mann sein.

Helgi Jónsson von Víðsjá/Weitblicke ist der gleichen Meinung: „Bedeutet eine Zäsur in der isländischen Musikwissenschaft. (...) Ein ausgesprochener Glücksfall. (...) Vergäbe ich Punkte,  dann bekäme es die Höchstzahl. (...) Ein Meilenstein.”


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