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Frankfurt als Ziel

Resümee der internationalen Übersetzerkonferenz in Reykjavík und Hali

4.5.2009

thydthingthyska

 

„Að vera eða ekki vera, þarna er efinn“.* Es ist schier unmöglich, Übersetzer anzusprechen ohne Helgi Hálfdanarson zu erwähnen und seine Werke zu zitieren“, sagte Kulturministerin Katrín Jakobsdóttir bei der Eröffnung der internationalen Übersetzerkonferenz im isländischen Nationalmuseum am 23. April. „Helgi hat durch seine Übersetzungen großen Einfluss auf die isländische Literatur und Kulturgeschichte gehabt.“

Anlass der dreitätigen Konferenz, an der mehr als 30 ÜbersetzerInnen aus zwölf Sprachgebieten teilnahmen, war die Anregung, Vorbereitung und Koordination neuer Übersetzungen im Hinblick auf den Auftritt Islands als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2011.

Unter den Teilnehmern befanden sich elf ÜbersetzerInnen ins Deutsche, fünf, die ins Englische übersetzen, jeweils zwei ÜbersetzerInnen ins Dänische, Französische, Holländische, Spanische und Polnische, und je ein(e) ÜbersetzerIn ins Estnische, Norwegische, Russische, Schwedische und Tschechische.

Den TeilnehmerInnen wurden während der Tagung die Werke von AutorInnen der jüngeren Generation vorgestellt; sowohl auf dem Gebiet der Prosa wie auch der Lyrik.

Stellvertretend für seine ÜbersetzerkollegInnen erklärte Kristof Magnússon, wie wichtig der direkte Kontakt zur isländischen Literaturszene und die Kenntnis neuster literarischer Entwicklungen für die Arbeit der ÜbersetzerInnen ist. Neue Werke kennenzulernen sei Motivation für die Übersetzungstätigkeit ebenso wie der Austausch mit den ÜbersetzerkollegInnen.

Halldór Guðmundsson, Direktor des Projekts  Sagenhaftes Island, sagte den ÜbersetzerInnen die Unterstützung bei ihrer Arbeit im Hinblick auf den Buchmessenauftritt zu:  „Es ist  Ziel dieses Projekts, alle Übersetzungen zu unterstützen, die einen literarischen Wert haben.“

Im Rahmen eines Kolloquiums in Höfn im Südosten Islands tauschten sich die TeilnehmerInnen dann über die spezifischen Schwierigkeiten aus, Sprache und Inhalt isländischer Literatur in andere Sprachen zu übersetzen. Diese Schwierigkeiten können zuweilen die Form eines regelrechten Kampfes mit dem Text annehmen,  ein Kampf, der aber mit der großen Freude des Gelingens belohnt werde, wie die tschechische Übersetzerin Helena Kadecková berichtete.

Weitere Inspiration während der Konferenz holten sich die ÜbersetzerInnen bei einem Besuch in Hali, dem Geburtsort von Þórbergur Þórðarson, dem zu Ehren in Hali ein eindrucksvolles Forschungsinstitut errichtet worden ist. Dort gab Pétur Gunnarsson, Autor und Vorsitzender der isländischen Autoren-Union und Þorbjörg Arnórsdóttir, Leiterin des Forschungsinstitut, eine umfassende Einführung in Leben und Werk dieses bedeutenden Schriftstellers.

Mit spürbarem Eifer und Vorfreude auf kommende Projekte verließen die TeilnehmerInnen Island - nicht nur mit ihrem Heimatland als Ziel, sondern auch der Frankfurter Buchmesse 2011.

*Helgi Hálfdanarsons isländische Übersetzung des Verses „To be or not to be, that ist the question“ aus Shakespeares Hamlet.



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