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Versprechen auf die Zukunft
Zum dritten Mal wurde der ‚Förderpreis für neue Literatur' des Isländischen Literaturfonds vergeben – für Literatur mit geringen Marktchancen

Neue isländische Bellestristik zu fördern, die aufgrund ihrer Avanciertheit nur eingeschränkten Verkaufserfolg verspricht, jedoch von literarischem Wert ist – das ist das Ziel des ‚Förderpreises für neue Literatur' den der Isländische Literaturfonds Ende Mai zum dritten Mal vergab. Die Geschäftsführerin des Isländischen Literaturfonds Þorgerður Agla Magnúsdóttir und die isländische Bildungs- und Kulturministerin Katrín Jakobsdóttir zeichneten im Reykjavíker Living Art Museum die Autoren mit einer Unterstützung von je 200.000 isländischen Kronen (ca. 1.200 Euro) aus, die für die Herausgabe einer Publikation des eingereichten Projektes verwendet werden sollen.
Von insgesamt 39 Bewerbern wurden in diesem Jahr vier Autoren und eine Zeitschrift ausgezeichnet. Die Preisträger sind Ásgeir H. Ingólfsson, Bjargey Ólafsdóttir, Hildur Margrétardóttir, Jón Bjarki Magnússon und die Zeitschrift Furðusögur (wörtlich: Wundergeschichten).
Ásgeir H. Ingólfsson ist Kulturjournalist beim Internetportal kistan.is und schrieb laut eigenen Angaben lange Zeit nur für die Schublade. Sein erstes Buch wird Grimm Ævintýr (wörtlich: Grimmige Märchen) heißen und noch in diesem Jahr erscheinen. Die Künstlerin Bjargey Ólafsdóttir ist eine Grenzgängerin zwischen den Kunstgenres. Sie arbeitet zur Zeit an einer Sammlung von Kurzgeschichten und Zeichnungen.
Jón Bjarki Magnússon ist Journalist bei der Tageszeitung DV und hat bereits an vielen Publikationsprojekten mitgewirkt. Nun ist sein erster eigener Gedichtband in Planung. Hildur Margrétardóttir, die als Bildende Künstlerin bekannt wurde, erhielt den Förderpreis für ihren ersten Jugendroman, in dem sie eine Geschichte aus der Gegenwart mit Motiven der isländischen Volkssagentradition vermischt.
Die ebenfalls prämierte Zeitschrift Furðusögur (etwa: Wundergeschichten) veröffentlicht Fantastische Literatur, Kunst und Comics. Die Herausgeber, Alexander Dan Vilhjálmsson, Ólafur Sindri Ólafsson und Hildur Knútsdóttir, sind selbst auch Autoren, die in der Zeitschrift publizieren.
Einen Eindruck von der Literatur der Preisträger bietet die Webseite www.fict.is mit Textproben in Deutsch, Englisch und Isländisch. Die Seite ist eine Initiative von Sagenhaftes Island und hat sich zum Ziel gesetzt, die junge und alternative Literaturszene der Insel vorzustellen. Die Plattform bietet kurze Angaben zu den Autoren sowie Textproben, sowohl Kurzgeschichten als auch Romanauszüge und Poesie, darunter auch Video- und Bildpoesie.
Die Seite präsentiert neben den neuen Stimmen der isländischen Dichterwelt auch ungewöhnliche Texte schon etablierter Autoren. So können die Besucher zum Beispiel die Collagenpoesie von Óttar Martin Norðfjörð und ein Videogedicht des experimentellen Poeten Eiríkur Örn Norðdahl erleben. Zudem ist es möglich, Romanauszüge der beliebten Jungautoren Sölvi Björn Sigurðsson und Þórdís Björnsdóttir zu lesen.
Isländischer Literaturfond www.bok.is
Junge Literatur www.fict.is