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Ein unschönes Sittenportrait
In Island ist Einar Már Guðmundssons Auseinandersetzung mit den Ursachen des isländischen Staatsbankrott unter dem Titel „Hvíta bókin" erschienen, wörtlich: „Das Weißbuch". Einar Már spielt hier auf die „White Papers“ an, wie offizielle Regierungspapiere auch genannt werden.
In Deutschland erschien das Buch in der Übersetzung von Gudrun Marie Hanneck-Kloes im Hanser Verlag unter dem Titel: „Wie man ein Land in den Abgrund führt: Die Geschichte von Islands Ruin“ und fand Eingang in zahlreiche Berichte über die derzeitige Situation Islands. So beispielsweise in einem Artikel des Spiegel unter der Überschrift „Orpheus in der Schuldenwelt“, in dem es heißt:
Er wolle nicht predigen, sagt er, und doch: „Ich glaube, dass die meisten Menschen in Island heute glücklicher sind als zu den Zeiten des Booms. Es ist, als habe man ihnen eine große Bürde abgenommen.
Das Parlament, die Zeitung des deutschen Bundestags, stellt das Buch wie folgt vor:
Guðmundssons Geschichte über den Ruin ist ein 208-seitiger Wutausbruch, ein Pamphlet. Der 55-Jährige ist einer der bekanntesten Schriftsteller im Lande, man hört zu, wenn er spricht. Und zumindest die Wut vieler fasst er treffend zusammen. (...) Interessant ist das Buch dort, wo die familiären und korrupten Verflechtungen der Wirtschaft und Politik in der kleinen Gesellschaft mit seinen 320.000 Einwohnern geschildert werden; und man vom Gebaren der „Finanzbarone" erfährt, die in ihren Privatjets um die Welt reisten und auf deren Partys Elton John oder 50 Cent performten.
Im renommierten österreichischen Rundfunksender ORF wurde das Buch wie folgt vorgestellt:
„Jahrzehntelang habe er sich kaum mit Politik beschäftigt, schreibt Guðmundsson. Die Finanzkrise machte ihn zu einem Sprachrohr der Protestbewegung gegen die alte Regierung, so wie seinen Berufskollegen Hallgrímur Helgason. Vielleicht standen damit nicht zufällig zwei Schriftsteller in der ersten Reihe der sogenannten Topfdeckel-Revolution, so wie 20 Jahre davor Vaclav Havel an der Spitze der Samtenen Revolution in Prag. Hier wie dort war ein ganzes System unglaubwürdig geworden. (...)
Hervorragendes Essays über die Krise des Kapitalismus
Einar Már Guðmundsson erhielt auch begeisterte Kritiken in Dänemark. Hier folgen einige Zitate aus Rezensionen großer dänischer Zeitungen:
„Es ist äußerst ergreifend und mit Sicherheit lauschen alle gebannt, wenn der größte lebende Schriftsteller Islands das Wort ergreift.”
**** Martin Krogh Andersen, Berlingske Tidende
„Mit fast schäumender Wollust durchleuchtet Einar Már Guðmundsson die kapitalisitsche Fantasterei seines Landes ... aber seine rhetorische, humoristische und empörende Kraft ist wohltuend ... Die Geschichte von Islands Ruin ist beispielhaft ... ein Lehrstück darüber, wie schief es gehen kann, wenn man zu weit geht.”
Henrik Wivel, Weekendavisen
„Hervorragendes Essays über die Krise des Kapitalismus ... Die Geschichte von Islands Ruin ist ein außerordentlich gut geschriebenes Buch ... trifft verblüffend genau mitten in die Debatte der Wirtschaftskrise, die auch in Dänemark stattfindet.”
***** Poul Aarøe Pedersen, Politiken
