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Spoken word, Isländersagas & Eddagedichte
Mit Bas Böttcher, Nora Gomringer und Finn-Ole Heinrich begeben sich Ende Mai drei der avanciertesten jungen deutschen Autoren auf eine Reise nach Island, um den Spuren der Isländersagas und Eddagedichte zu folgen. Da Eddas und Sagas auf orale Textformen zurückgehen, wurden mit Böttcher, Gomringer, Heinrich Autoren für dieses Projekt ausgewählt, deren Texte in besonderer Weise mit dem Wortklang arbeiten. Zudem sind die drei bekannterweise herausragende Performer ihre Texte, wie sie in zahlreichen Lesungen, Poetry-Slams und Spoken Word-Veranstaltungen unter Beweis gestellt haben.
Auf ihrer Reise besuchen die drei Schauplätze der Sagas und erhalten an Forschungsstätten einen detaillierten Einblick in das isländische Literaturerbe. Im Anschluss an die Reise sind die Autoren eingeladen, auf der Basis der gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse Texte zu schreiben, die von der mittelalterlichen isländischen Literatur inspiriert sind.

Begleitet werden Nora Gomringer (geb. 1980), Bas Böttcher (1974) und Finn-Ole Heinrich (1982) von ihren isländischen Kollegen Bergur Ebbi Benediktsson (1981), Ugla Egilsdóttir (1986) und Halldór Halldórsson (1985). Diese drei sind auf unterschiedliche Weise im Bereich der Performance und des Spoken Word tätig: Bergur Ebbi Benediktsson wird im Mai 2010 seinen ersten Lyrikband Tími hnyttninnar er liðinn (wörtlich: Schluss mit lustig) veröffentlichen, außerdem wird sein erstes Theaterstück Klæði (wörtlich: Klamotten) uraufgeführt. Ugla Egilsdóttir ist Schauspielerin und Komikerin, die mit ihrer hintergründig-witzigen Stand-Up-Show viel Beifall erntet. Halldór Halldórsson – Enkel des Nobelpreisträgers Halldór Laxness - ist einer der bekanntesten isländischen Hip-Hopper und leitet die Stand-Up-Sendung Mið-Ísland im isländischen Radio.
Am Ende der Reise in diesem Mai steht ein gemeinsamer Auftritt der sechs „Saga-Slammer“ in Reykjavík. Im Frühjahr 2011 werden sie dann in Deutschland die Texte vorstellen, die aus den Eindrücken des Islandbesuches entstanden sind und so isländisches Mittelalter, orale Poesie, und Weltkulturerbe in neuer Form auf die Bühne bringen.
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in Kopenhagen.
