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Isländische Literatur

Halldór Laxness situr brosandiIsland war über Jahrhunderte eines der ärmsten Länder Europas. Harte klimatische Bedingungen und die geographische Randlage beeinflussten das Leben der Einwohner, insbesondere im späten Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit. Städte im mitteleuropäischen Sinne gab es kaum und das kulturelle Angebot war gering. Mit einer bedeutenden Ausnahme: der Literatur.

Zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert erlebte die isländische Literatur eine Blütezeit, die in der Niederschrift der Sagas ihren Höhepunkt erreichte. Bis heute ist die isländische Identität eng mit den in dieser Zeit entstandenen Texten verbunden. Weil die isländische Sprache sich im Kern seit dem Mittelalter wesentlich weniger verändert hat als andere europäische Sprachen, sind die Sagas auch für heutige isländische Leser unmittelbar zugänglich.

Im 19. und 20. Jahrhundert erlebte die isländische Literatur eine zweite Hochphase, die mit der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Halldór Laxness gekrönt wurde, der den  weltweit wichtigsten Literaturpreis erhielt – so die Jurybegründung – : “für seine facettenreiche Romanliteratur (PDF - Werkliste und Übersetzungen), welche die große isländische Erzähltradition erneuerte”.  

Auf der Frankfurter Buchmesse 2011 wird die isländische Literatur in all ihren Facetten zu erleben sein. Auf diesen Webseiten finden Sie ausführliche Informationen zur klassischen Literatur Islands, zur Gegenwartsliteratur bis hin zur jüngsten Autorengeneration. Die Vorstellungen von Büchern, Autorenportraits, Termine von Lesereisen werden laufend aktualisiert. Wenn Sie sich für den Newsletter anmelden, sind Sie von Anfang an dabei.

Informationen über isländische Autorinnen und Autoren aller Literaturgattungen -  Prosa, Lyrik, Drama  - sowie Kinder- und Jugendbuchautoren finden Sie hier sowie auf der Webseite der Reykjavíker Stadtbibliothek: www.literatur.is

Der Isländische Schriftstellerverband

Der Isländische Schriftstellerverband wurde 1974 gegründet. Zuvor hatte es zwei Autorenvereinigungen gegeben, von denen die ältere 1928 gegründet wurde.

Der Isländische Schriftstellerverband ist eine Autorengewerkschaft. Das Beitrittsrecht haben sowohl isländische als auch ausländische Autoren mit einem ständigen Wohnsitz auf Island. Das Ziel des Verbandes ist, die Interessen und Rechte der Mitglieder zu wahren und die Freiheit der Literatur zu schützen. Der Vorstand des Verbandes schließt Verträge mit Herausgebern, Theatern, Medien, Institutionen und anderen Einrichtungen, die die Werke der Mitglieder herausgeben oder verwenden wollen. Der Isländische Schriftstellerverband ist Mitglied des Verbandes isländischer Künstler, des Nordischen Autoren- und Übersetzerrates und des Europäischen Autorenrates.

Trotz der geringen Größe der isländischen Gesellschaft können ungefähr 70 Autoren allein von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit leben. Dabei spielt das staatliche Künstlergehalt eine wichtige Rolle, aber auch durch die Benutzung von Büchern in öffentlichen Bibliotheken und die Verwendung von Texten als Lehrmaterial in Schulen erhalten die Autoren Provisionen aus einem speziell dafür eingerichteten Fonds.

Der Verband sitzt im Hause des verstorbenen Schriftstellers Gunnar Gunnarsson, in dem sich die Büros, ein Empfangssaal und eine Gästewohnung befinden. Die Wohnung wird ganzjährig von internationalen Autoren und Übersetzern genutzt. Im Winter finden im Gunnarshús Versammlungen, Lesungen, Empfänge und andere Veranstaltungen statt. Ein Grundsatz ist dabei immer, dass die Besucher gut aufgenommen werden.

Für eine Mitgliedschaft muss der Bewerber diverse Voraussetzungen erfüllen. Heute hat die Vereinigung 391 Mitglieder, davon zwei Drittel Männer und ein Drittel Frauen.

Internetpräsenz: www.rsi.is