Pressemappe

Fenster zu den Färöer-Inseln

In Kooperation mit Färöischen AutorInnen, VerlegerInnen und mit Unterstützung von dem Färöischen Kulturministerium eröffnet Sagenhaftes Island auf seiner Webseite ein Fenster zur Färöischen Literatur.

Dieses präsentiert zehn Werke von färöischen GegenwartsautorInnen anhand von umfangreichen Informationsmaterial zusammengestellt. Modell für diese Präsentation ist die Vorstellung isländischer AutorInnen aus Anlass des Ehrengastlandauftritts auf der Frankfurter Buchmesse.

Ferner wird das Team von Sagenhaftes Island die Färöischen Kollegen bei der Vermittlung faröischer Literatur nach Deutschland beraten. Als weiteren Ausdruck für die jahrhundertealte Freundschaft und die Nähe der beiden Länder treten Island und die Faörer auf der Buchmesse in einer Standnachbarschaft auf - so dass es nur ein ganz kurzer Weg von der einen Literaturnation zur anderen ist.


Andras Mortensen

Andras Mortensen wurde 1960 geboren und lebt in Tórshavn. Er studierte Geschichte und Latein an der Universität in Kopenhagen. Im Jahr 2001 promovierte er an der Universität der Färöer zum Thema „Hin føroyski róðrarbáturin. Sjómentir føroyinga í eldri tíð“ (Das färöische Ruderboot. Seefahrtskultur der Färinger in früherer Zeit).

Seit 1989 ist er Mitarbeiter des Färöischen Nationalmuseums, zunächst als Kustos und Abteilungsleiter, seit 2006 als Landesarchivar. Als mehrere öffentliche Museen und Archive (Landesarchiv, Landesbibliothek und Naturkundemuseum) unter die Leitung des Nationalmuseums fielen, ernannte man ihn zum Direktor dieser Institution. Andras Mortensen hat besonders zur mittelalterlichen Geschichte geforscht und zahlreiche wissenschaftliche Aufsätze und Zeitungsartikel zu diesem Thema verfasst.

Portfolio: Das Färöische Ruderboot (PDF)



Andras Mortensen

Bárður Óskarsson

Bárður Óskarsson wurde 1972 in Tórshavn geboren. Er setzte sich besonders mit der Zeichenkunst auseinander. Er begann seine Karriere damit, als Volontär skarsson für Kinderzeitschriften zu zeichnen. Das erste Buch, das er illustrierte, war Undir tussafjøllum von Óskar Hermannsson, das 1992 erschien. Seitdem hat er mehrere Bücher anderer Autoren illustriert. Im Jahr 2004 brachte Bárður das erste Buch heraus, das er sowohl selbst geschrieben als auch illustriert hatte. Das Buch trägt den Titel Ein hundur, ein ketta og ein mús (etwa: Ein Hund, eine Katze und eine Maus) und ist bisher in drei weiteren Sprachen erschienen. Das Buch fand im Jahr 2006 besondere Erwähnung auf der White Raven Liste der Internationalen Jugendbibliothek München und war Teil der Wanderausstellung Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Toleranz, die von derselben Institution zusammengestellt wurde. Die Ausstellung gastierte in über 100 Ländern. Im Jahr 2010 gab die färöische Post Briefmarken mit Illustrationen aus dem Buch heraus.

Der Künstler hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Kinderbuchpreis des westnordischen Rates 2006 und den Kinderbuch-Ehrenpreis der Stadt Tórshavn 2007.

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Bárður Óskarsson

Carl Jóhan Jensen

Carl Jóhan Jensen wurde am 2. Dezember 1957 in Tórshavn geboren. 1973 übersiedelte er nach Dänemark. Nach einem altsprachlichen Abitur in Sorø ging er 1976 zurück auf die Färöer, wo er unter anderem als Journalist tätig war. 1979–1981 studierte er Nordische Philologie mit Schwerpunkt färöische Sprache und Literatur an der Universität der Färöer (Fróðskaparsetur Føroya), anschließend bis 1987 Isländisch und Literaturwissenschaft an der Universität Islands. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Australien graduierte er 1990 an der Universität der Färöer.

Carl Jóhan Jensen ist heute einer der profiliertesten Autoren, Publizisten und Literaturkritiker der Färöer und ein engagierter Verfechter der färöischen Unabhängigkeit von Dänemark. Er debütierte 1977 mit dem Gedichtband Yrkingar (Gedichte) und hat seither zahlreiche Gedichtbände und Prosawerke veröffentlicht. Daneben ist er auch als Übersetzer tätig. Der Autor hat zweimal den Literaturpreis der Stadt Tórshavn, Bókmentavirðisløn M. A. Jacobsens, erhalten: 1989 für den Gedichtband Lygnir und 2006 für den Roman Ó, søgur um djevulskap. Carl Jóhan Jensen lebt mit seiner Frau, der Australierin Kate Sanderson, in Tórshavn.

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carl johan jensen

Gunnar Hoydal

Gunnar Hoydal wurde 1941 in Kopenhagen als Sohn von Marie Louise Falk Rønne und dem Schriftsteller Karsten Hoydal geboren. Die Familie zog nach dem Zweiten Weltkrieg auf die Färöer und 1954 nach Ecuador. Ab 1955 besuchte Gunnar Hoydal die Sorø Akademi, wo er 1960 sein Abitur machte. Bis 1967 studierte er Architektur an der Kunstakademiets Arkitektskole in Kopenhagen. Hoydal gewann 1969 den nordischen Wettbewerb zur Erhaltung der Altstadt von Tórshavn. Von 1972 bis 1997 war er Stadtarchitekt von Tórshavn.

Sein Debütwerk Av longum leiðum („Fra fjerne himmelstrøg“) 1982 besteht überwiegend aus humoristischen, ironischen Reiseberichten. Die Gedichtsammlung Hús úr ljóði („Huse af lyd“) 1987 spiegelt das alltägliche Tórshavn wieder. In dem Roman Undir suðurstjørnum 1991 (dänisch 1996, ”Stjernerne over Andes”; englisch 2003 ”Under Southern Stars”) werden Gegenwart und Vergangenheit, die Färöer und Südamerika in einem biographisch fundierten Bericht über die zyklischen Grundmuster des Daseins zusammen geflochten. Das Aufwachsen seines Vaters in einem Lungensanatorium bildet den Rahmen des Romans Dalurin fagri („Den smukke dal“), 1999. Die Erzählung ist assoziativ aufgebaut und von einer morbiden Stimmung geprägt. Der neueste Roman Í havsins hjarta („I havets hjerte“) 2007 beschreibt in mehreren Zeitabläufen die politische Entwicklung auf den Färöern mit dem Ausgangspunkt in der Familie des Autors. Hoydal hat Texte zu mehreren Alben seiner Schwester Annika Hoydal und ebenso zu einem färöischen Jugendmusical geschrieben, und war über lange Jahre eine aktive und zentrale Erscheinung im färöischen Kulturleben. Gunnar Hoydal erhielt 1982 den färöischen Literaturpreis und im Jahr 2002 den färöischen Kulturpreis.

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gunnar hoydal

Hanus Kamban

Der färöische Schriftsteller und Dichter Hanus Kamban, geboren 1942, schreibt seit 1980 vor allem Novellen. Seine Werke behandeln mit einem psychologisch sensiblen Stil religiöse und sexuelle Unterdrückung in ländlichen Gebieten und setzen sich gleichzeitig mit dem topografischen und literarischen Raum Europa auseinander. Durch die assoziativen und retrospektiven Züge seiner Texte verschmelzen diese beiden Themen in seinen Erzählungen. Das hängt damit zusammen, dass der Autor zwar mit Dichtern wie Celan und Mallarmé vertraut ist, und darüber hinaus das färöische Mittelalter verinnerlicht hat. Er kennt die alten Sagen und Balladen und ist auch gelegentlich Vorsänger beim mittelalterlichen Kettentanz, der auf den Färöern eine lebendige Tradition ist.

Kambans erste Novellen haben fast alle eine realistische Form, darunter auch der Text „Unter deinen Fittichen“. Dieser handelt von einem Jungen, der in einem Dorf aufwächst, das von engstirnigem Missionarismus überschattet wird. Der Junge erleidet durch sexuelle Vergewaltigung und Angst vor der Hölle einen Nervenzusammenbruch. Diese Geschichte findet man in deutscher Übersetzung in der Anthologie Von Inseln weiss ich (Unionsverlag 2006). Als die Erzählung in einer französischen Anthologie mit skandinavischen Novellen erschien, schrieb Magasin litteraire, juni 1991: „Den tiefsten Eindruck macht doch ein färöischer Autor ... dessen Erzählung „Unter deinen Fittichen“, ... die Schleier dieser bornierten, angsterfüllten, strengen Inseln lüftet.“

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hanus kamban

Jóanes Nielsen

Jóanes Sekjær Nielsen wurde 1953 als Sohn von Svend Sekjær Nielsen und Marjun Nielsen in Tórshavn geboren. Er besuchte die katholische Skt. Frants skole in Tórshavn und arbeitete anschließend als Seemann. Er ist mit Rannvá Holm Mortensen verheiratet, mit der er zusammen eine Tochter hat, Katrin Viktoria Sekjær Mortensen. Er hat noch eine ältere Tochter, Beinta Jóanesardóttir Petersen. Jóanes hat den Großteil seines Lebens in Tórshavn gelebt, aber für kürzere Zeit sowohl in Tvøroyri auf Suðuroy als auch in Island, Dänemark und Schweden.

Jóanes Nielsen hat Novellen, Theaterstücke, Romane und Gedichte geschrieben. Sein literarisches Vorbild ist William Heinesen, obwohl er sich selbst als Autor eher mit politischen und existenzialistischen Themen befasst. 1984 erhielt er den färöischen Literaturpreis für seine Gedichtsammlung: Pinnabrenni til sosialismuna und im Jahr 2001 den nordischen Dramatikerpreis für das Drama Eitur nakað land week-end ? (dänisch: Hedder noget land week-end?). Er war darüber hinaus viermal für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert (1988, 1994, 1999 und 2004) – häufiger als irgendein anderer Färinger. Viele seiner Werke wurden ins Dänische und Norwegische übersetzt.

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joanes nielsen

Jógvan Isaksen

Jógvan Isaksen wurde 1950 in Tórshavn geboren, studierte in Aarhus und Kopenhagen und erhielt 1982 seinen Magister in nordischer Literatur. Für einige Jahre bekam er ein Forschungs-stipendium und ist seit 1986 an der Kopenhagener Universität angestellt. Seit Mitte der Siebziger Jahre ist Isaksen als Rezensent und Verlagsleiter aktiv. Er war Mitredakteur mehrerer Zeitschriften; zuletzt Chefredakteur von Nordisk Litteratur/Nordic Literature, die vom Nordischen Ministerrat herausgegeben wurde.

Jógvan Isaksen hat eine Reihe Bücher über färöische Literatur und Bildkunst verfasst. Einem größeren Publikum wurde er durch den Kriminalroman Blíð er summarnátt á Føroyalandi 1990 und dem Nachfolger Gráur oktober 1994 bekannt; die Inspiration hierzu stammt sowohl von Raymond Chandler als auch dem nordischen Krimi mit Ausgangspunkt bei Sjöwall/Wahlöö. Jógvan Isaksen hat bislang etwa 40 Bücher geschrieben, wovon elf Kriminalromane für Kinder und Erwachsene sind. Sieben dieser Krimis haben dieselbe Hauptperson, Hannis Martinsson, der nach vielen Jahren im Ausland auf die Färöer zurückgekehrt ist, wo er als Journalist und Berater arbeitet. Isaksen erhielt 1994 den färöischen Literaturpreis und 2007 den färöischen Ehrenpreis.

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jógvan isaksen

Oddvør Johansen

Oddvør Johansen wurde 1941 als Tochter des Orgelbauers Verland Johansen und Ebba Restorff geboren. Ihr Vater war ursprünglich Möbeldesigner, wechselte aber nach 50 Jahren zum Orgelbau. Er konstruierte 20 Orgeln für verschiedene färöische Kirchen. Oddvør wuchs in einem sehr musikalischen Zuhause auf, was sich in ihren Werken widerspiegelt. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann zog sie nach Dänemark und heiratete 1978 den Violinisten Kanny Sambleben, mit dem sie zwei Söhne hat. Im Jahr 1987 zog die Familie zurück auf die Färöer.

Oddvør Johansen debütierte 1982 mit dem Buch Lívsins summar (etwa: Sommer des Lebens), das mit dem Färöischen Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Es war einer der ersten färöischen Romane, der von einer Frau geschrieben wurde. Das Buch ist bereits ins Dänische und Schwedische übersetzt worden. 1989 erhielt Oddvør den Färöischen Kinderbuchpreis für ihr Buch Skip í eygsjón (etwa: Schiff in Sicht) – ein realistischer Roman, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielt. Im Jahr 2001 wurde sie mit dem Roman Í morgin er aftur ein dagur (etwa: Morgen ist auch noch ein Tag) für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert. Im Jahr 2002 erhielt sie den Färöischen Literaturpreis für das Buch Tá ið eg havi málað summarhúsið (etwa: Wenn ich das Sommerhaus gestrichen habe) verliehen, und gewann mit dem Buch Sebastians hús (etwa: Sebastians Haus) den Romanwettbewerb des Kunstfestivals der Färöer 2004. Das Buch wurde in Folge dessen ins Isländische übersetzt. Alle ihre Bücher sind handgeschrieben.

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oddvor johansen

Sólrún Michelsen

Sólrún Michelsen wurde 1948 geboren und wuchs in Argir auf, das früher eine selbstständige Gemeinde war, heute aber ein Stadtteil von Tórshavn ist. Nach der Schule arbeitete sie zunächst für die färöische Telefongesellschaft, dann für Elektron und seit 1974 arbeitet sie im Großhandel, der ihr und ihrem Mann gehört. Von 1980 bis 2008 war sie Verwaltungsdirektorin. Sólrún ist mit Poul Michelsen verheiratet, mit dem sie drei Kinder hat.

Im Jahr 1994 debütierte sie mit dem humoristischen Kinderbuch Argjafrensar und seitdem hat sie neun weitere Kinderbücher verfasst, darunter zwei hochgelobte Fantasy Bücher. 2004 erschien ihr erstes Buch für Erwachsene Tema við slankum (dänisch At danse med virkeligheden), für das sie den färöischen Literaturpreis erhielt.

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solrun michelsen

Tóroddur Poulsen

Tóroddur Poulsen wurde 1957 in Tórshavn geboren und ist Dichter, Musiker und Graphiker. Nach der Schule lebte er von Gelegenheitsarbeiten und der Kunst. Seit Mitte der Neunziger Jahre wohnt er in Kopenhagen. Tóroddur Poulsen debütierte 1984 mit der Gedichtsammlung Botnfall, die wie seine übrigen Werke von Provokationen und Humor geprägt ist. Eines der Hauptthemen seiner Literatur ist eine persönliche existenzielle Entdeckungsreise. Gott, Umwelt, Ereignisse, alles steht in Beziehung zu dem Einfachen. Er schreibt überwiegend Lyrik. Seine Prosa ist fragmentarisch und ist in tagebuchartigem Stil. Im Jahr 2000 erhielt er das dreijährige Stipendium des staatlichen Kunstfonds. Für den Gedichtband Villur erhielt er den färöischen Literaturpreis 1992 und für die Lyriksammlung Útsýni den färöischen Literaturpreis 2010.
Die Künstlerin Katrin Ottarsdóttir machte im Jahr 2008 einen Dokumentarfilm über den Autoren, unter dem Titel En linje om dagen må være nok (etwa: Eine Linie am Tag muss genügen).

Portfolio: Leben und Werk (PDF)
 

Toroddur Poulsen