AutorIn des Monats

Yrsa Sigurðardóttir

Weltweit erfolgreiche „Krimikönigin Islands“.

Yrsa SigurðardóttirBemerkenswerterweise begann die heute gefeierte Krimiautorin Yrsa Sigurðardóttir ihre Karriere als Kinder- und Jugendbuchautorin. Geboren 1963 in Reykjavik, arbeitete sie nach Schule und Studium zunächst hauptberuflich als Bauingenieurin, fing währenddessen allerdings mit dem Schreiben an.

Für ihre fantasievollen, frechen Kinderbücher wie Við viljum jólin í Júlí (eine deutsche Übersetzung könnte Wir wollen Weihnachten im Juli lauten) fand sie viel Lob und Anerkennung bei Publikum und Leserschaft. 2003 erhielt sie den isländischen Kinderbuchpreis für Bíóbörn (eine deutsche Übersetzung könnte Kinokinder lauten). Vor vier Jahren dann führte Yrsa dann in dem Roman Þriðja táknið (dt. Das letzte Ritual,  erschienen 2006 bei Fischer Taschenbuch in deutscher Übersetzung von Tina Flecken) die Figur der Anwältin Dóra Guðmundsdóttir ein. Die Romane um diese Figur trugen Yrsa den Ruf einer „Isländischen Krimikönigin“ ein – LeserInnen in der ganzen Welt verfolgen seitdem Dóras Schicksal und ihre Kriminalfälle.

Markenzeichen der Dóra Guðmundsdóttir-Romane sind komplexe Kriminalgeschichten, in denen sich Spannung, Geheimnis und sarkastischer Humor vermischen. Die Serie über Dóra umfasst mittlerweile fünf Bände - Das letzte Ritual (2006), Das gefrorene Licht (2007), Das glühende Grab (2008), Die eisblaue Spur (2009) und im Dezember 2010 erscheint der fünfte Band Feuernacht. Jeder Band ist in sich abgeschlossen, gemeinsam ist ihnen neben Dóra eine zweite Hauptfigur: der Deutsche Matthias, ein ehemaliger Polizist, der Dóra assistiert.

Yrsa í HelsingborgZu den Quellen von Yrsas Literatur gehört insbesondere die isländische Kulturgeschichte. So bilden die Isländersagas und die Zeit zwischen 1550 und 1720, in der in Island die Hexenverfolgung stattfand, den Hintergrund des Romans Das letzte Ritual. In Das gefrorene Licht basiert die Handlung auf einer geheimnisvollen Volkssage, in der die Seelen ausgesetzter Kinder, die als Geister zurückkehren, eine besondere Rolle spielen. Doch Yrsas Geschichten beschränken sich nicht auf Island und die Isländer. Im neusten Roman reist Dóra nach Grönland, um das mysteriöse Verschwinden mehrerer Personen zu untersuchen. Dadurch, dass Yrsa in ihren Büchern zwar das Privatleben ihrer Figuren zeichnet, diese aber nicht – wie viele andere KollegInnen – als depressiv und schwermütig darstellt, sondern als sarkastische, „handfeste“ Menschen, bringt sie einen frischen Wind in die nordische Kriminalliteratur.

Yrsas Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, zuletzt wurde die Lizenz für einen Dóra-Roman an den ägyptischen Verlag Arabesque Press verkauft. Somit wird Yrsa von allen isländischen Autorinnen und Autoren die erste sein, die ins Arabische übersetzt wird.


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